Es war Sommer 2015, als ich mich auf eine abenteuerliche Reise begab. Auf die spannende berufliche Reise in die Selbstständigkeit. Mit dem Ziel, meine Leidenschaften zu verknüpfen und flexibler arbeiten zu können. Mit im Gepäck: Große Träume, kleines Budget und viele Fragezeichen.  
 

Die Selbstständigkeit – eine Achterbahnfahrt der Gefühle

Zu Beginn war ja alles ganz neu. Ich versuchte mein Bestes, um erste Kunden zu gewinnen und Projekte erfolgreich durchzuführen. Mit der Zeit ergaben sich dann neue Projekte.  Anfragen trudelten ein und mindestens wöchentlich gab’s eine neue Herausforderung rund um die Selbstständigkeit zu meistern. Ich war tagtäglich gefordert, für mich und meine Kunden gewisse Abläufe festzulegen – und auch einzuhalten. Phasen der vollen Euphorie und des Zweifels wechselten sich manchmal stündlich ab. Neben einer großen Portion Mut und etwas Geduld war in den ersten Monaten der Selbstständigkeit vor allem eines gefragt: Improvisationstalent!
 
Mittlerweile bin ich mehrere Jahre selbstständig – und vieles ist zur Routine geworden. Natürlich super, wenn manches schon automatisch läuft. Aber sehr schnell ist da wieder dieses Hamsterrad, aus dem man ja eigentlich raus wollte. Drum nehme ich mir immer wieder Zeit, um zu reflektieren: Bin ich dort, wo ich hinwollte? Erfüllt mich meine Arbeit (noch immer) mit Freude?  Was lässt sich noch verbessern, verändern oder weiterentwickeln?
 
Zwischen 3. und 4. Jahr war für mich ein besonderer Knackpunkt. In dieser Zeit ist mir einiges klar geworden, dass ich – offen, ehrlich und ungeschönt – mit dir teilen möchte. Es sind Dinge, die ich gerne schon früher gewusst, ausprobiert oder erkannt hätte – und die du für dich und und dein Unternehmen (vielleicht schon früher als ich) nutzen kannst: 
 
 

1. Investiere in dein Unternehmen – so bald wie möglich! 

Ich gestehe: Bei (kostenpflichtiger) Weiterbildung hab ich in den letzten Jahren ziemlich gespart. Zwar hab ich alles aufgesaugt, was ich irgendwo (kostenlos) finden konnte – aber keiner hat mir geholfen, die vielen losen Enden miteinander zu verknüpfen. Keiner hat mir den Tritt in den Hintern gegeben, all das Gelesene auch wirklich umzusetzen. Und wie’s halt im Alltag so ist, verschwinden die guten Vorsätze und neuen Ideen wieder in einer Schublade. Immer wieder haben mich kostenpflichtige Programme, Ausbildungen oder Coachings total gereizt – aber der Betrag darunter hat mich bisher abgeschreckt, auf „Buchen“ zu klicken. Sparsame Erziehung lässt grüssen ;). 
 
Heuer hab ich diesen seltsamen Knoten in meinem Kopf endlich gelöst – und mich für die Mastermind-Gruppe von Lilli Koisser angemeldet. Es war ein kleiner Mut-Ausbruch, wo ich mir gedacht habe: Egal, ich leiste mir das jetzt einfach für meine Selbstständigkeit und schau, ob’s mir was bringt. Im schlimmsten Fall hab ich einen 4-stelligen Betrag in den Sand gesetzt. Und was soll ich sagen: Bereits nach 2 Wochen hat sich die Investition für mich gelohnt. Nach weiteren 2 Monaten habe ich endlich mehrere meiner ewig aufgeschobenen „Schubladen-Ideen“ auf die Welt gebracht. Und damit Jahresziele erreicht, die in den 8 Monaten davor noch in weiter Ferne lagen, juhuuu. 
 
Mittlerweile ist mir klar: Beim Alleine-vor-mich-hin-Werken vergeude ich definitiv mehr Zeit – und somit auch Geld – als wenn ich in mich und mein Unternehmen investiere und dadurch größere Schritte nach vorne machen kann. 
 
Erkenntnis Nr. 1:
Du verlierst mehr Geld, wenn du alleine herumruderst, als wenn du dir gleich Unterstützung von jemandem holst! Investitionen in dich selbst und die Weiterentwicklung deines Unternehmens sind jeden Cent wert. Ein Blick von außen und die Unterstützung durch jemanden, der schon weiter ist als du selbst bringen dich einfach unglaublich weiter.
 
Falls du auch online sichtbarer werden möchtest – mit genialem Input rund um Web, Bloggen, Social Media, Newsletter uvm.,  einer tollen Gruppe dahinter, die dich jede Woche motiviert, dranzubleiben, regelmäßigem Austausch mit Gleichgesinnten und individuellem Input von Lilli Koisser zu aktuellen Herausforderungen – dann kann ich dir aus vollster Überzeugung die Mastermind-Gruppe von Lilli Koisser empfehlen!!
 
 

2. Alles selber zu machen ist unmöglich – lerne, Aufgaben abzugeben!

„Ich kann das niemand anderem geben – wer weiß, ob er / sie das so macht, wie ich es haben möchte!“ 
Oh Mann, diese kleine innere Perfektionistin in mir hat ja lange wirklich geglaubt, sie muss ALLES selber machen und selber können. Eine Zeit lang geht das vielleicht. Irgendwann kommt aber der Punkt, wo du theoretisch rund um die Uhr arbeiten könntest und noch immer nicht fertig bist. Spätestens dann heißt es: Es ist Zeit, dich von manchen Projekten, Aufgaben oder Kunden zu lösen – und das ist natürlich alles andere als einfach.
 
Von Projekt zu Projekt wurde mir aber klarer, was ich wirklich unglaublich gerne mache und auch extrem gut kann. Alles andere versuche ich nun, an andere weiterzugeben. Und wenn du dann plötzlich ganz entspannt To Do’s abhaken kannst, die jemand anderer im Hintergrund erledigt hat: Was für ein geniales Gefühl!
 
Erkenntnis Nr. 2:
Du kannst auf Dauer nicht alles selber machen.
Überlege dir also: Was machst du gar nicht gerne? Was kann jemand anderer besser als du? 
Welche Aufgaben könntest du jetzt – oder zukünftig – an jemand anderen abgeben? 
 
Konkret arbeite ich übrigens mit externen Partnern (Steuerberaterin, Grafikerin, Texterin, usw.), denen ich gewisse Aufgaben abgebe. Und für ein paar Stunden im Monat hab ich mir Unterstützung von einer Studentin geholt, die mir tausend Kleinigkeiten im Hintergrund abnimmt. War übrigens auch zuerst ein Experiment: Aus einem kleinen Praktikum ist eine geringfügige Anstellung geworden. 
 
 

3. Ohne glasklare Positionierung wird’s irgendwann kompliziert. 

Wie die meisten EinzelunternehmerInnen habe ich auch mit einem „Bauchladen“ gestartet. Mit vielen unterschiedlichen Angeboten – je nachdem, was meine Kundinnen von mir haben wollten. Eine gewisse Zeit funktioniert das vielleicht und man lernt unglaublich viel dabei – vor allem, dass es so nicht auf Dauer weitergehen kann ;). Stell dir vor, du bekommst 10 neue Anfragen am Tag – von ganz unterschiedlichen Kunden, für ganz unterschiedliche Themen und Bedürfnisse. Für jede Anfrage musst du dir ganz individuell ein Angebot überlegen, einen Ablauf aushecken und das Projekt jonglieren. Das wird relativ schnell sehr mühsam! 
 
Auch mir ist das Thema lange sehr schwer gefallen. Meine größte Blockade:
„Wenn ich mich mehr spezialisiere, enge ich mich ja total ein! Ich bin einfach eine Allrounderin rund um Marketing und Selbstständigkeit – und das will ich auch bleiben!“ 
Kennst du dieses Gefühl auch?
 
Mittlerweile weiß ich: Das ist totaler Blödsinn!
Man kann sich spezialisieren, eine eigene Nische finden und seine Positionierung schärfen – ohne auf Flexibilität verzichten zu müssen! Und ich verrate dir: Du wirst dieses Gefühl lieben Endlich konkret zu wissen, was wirklich wichtig ist. Einfachere Entscheidungen, weil plötzlich alles klar ist. Und endlich einen Fahrplan, welche Schritte sinnvoll und nötig sind. 
 
Erkenntnis Nr. 3:
Wenn du zu breit aufgestellt bist, macht es deine Selbstständigkeit unnötig schwierig und kompliziert. Umso klarer du dein Profil erarbeitest, desto einfacher werden Entscheidungen, Vermarktung und Abläufe.
 
Hast du das Gefühl, noch keine richtige Positionierung zu haben? Tust du dir alleine schwer, deine ideale Nische zu finden – ohne dich damit einzuengen? Dann kann ich dir mein Positionierungscoaching unbedingt ans Herz legen! Dabei stelle ich dir die richtigen Fragen von außen, die herauskitzeln, was dein DING ist und gebe dir meine allerbesten Tipps, wie du deine TraumkundInnen findest! 
 
 
Positionierungscoaching: Authentisch als Einzelunternehmerin
 

4. Du musst es nicht allen und jedem recht machen, ehrlich!

Lange hab ich versucht, „everybody’s darling“ zu sein und für jede Anfrage die perfekte Lösung anzubieten. 
Als Selbstständige müssen wir Geld verdienen, ganz klar. Und so ist man anfangs verleitet, jedes mögliche Projekt mit Freuden anzunehmen. Irgendwann kommt man aber an den Punkt, wo man vor lauter (fremden) Projekten die eigene Vision vergisst bzw. zu viele Aufgaben erledigt, die einfach keinen Spaß machen. Und das führt dann ganz schnell zu Frustration. 
 
Eine riesengroße Herausforderung (vor allem, wenn’s am Konto eh grad mager aussieht) ist es, zu Anfragen oder Aufträgen auch einfach mal NEIN zu sagen. Wenn du dich aber einmal und noch ein zweites Mal drübertraust, ist es richtig befreiend und geht plötzlich ganz leicht. Stell dir die Frage: Bringt mich dieses Projekt weiter? Macht es mir Spaß? Wenn du von Anfang an ein komisches Bauchgefühl hast, sag Nein! Damit sparst du dir jede Menge Zeit, Energie und Nerven, die du für andere Dinge mehr brauchen kannst. 
 
Erkenntnis Nr. 4:
Werde dir klar, was wirklich deine Lieblingsprojekte und Lieblingskunden sind. Hör bei Anfragen auf deinen Bauch und traue dich auch, NEIN zu sagen! Dann bleibt dir auch noch Energie, um AN deinem Unternehmen zu arbeiten statt nur IN deinem Unternehmen! Und damit zum nächsten Punkt: 
 
 
 

5. Mache deine eigene Vision zu Priorität 1! 

Egal, ob du gerade gegründet hast oder schon jahrelang ein Unternehmen führst: Du hast sicher Wünsche, Pläne oder Ziele, wo du in den nächsten Jahren hin möchtest. Vielleicht hast du auch nebenbei noch ein Herzensprojekt, das du vorantreiben möchtest. Und sicher kennst du das: Im Alltag bleibt oft keine Zeit für solche Dinge. Jede Woche verrennt wie im Fluge – und am Ende des Monats stellst du fest, dass du wieder keinen Schritt weitergekommen bist.  Darum: Achte darauf, dass du deine große Vision immer vor Augen hast! Kleb dir einen Zettel über deinen Schreibtisch, wo dein Ziel draufsteht. Oder gestalte dir dein eigenes Vision Board, um deine Träume auch visuell vor dir zu haben.  
 
So weit, so gut – all das habe ich bereits verfolgt.
 
Nichtsdestotrotz ist auch mir dann immer wieder der Alltag dazwischen gekommen. 
Ich würde gerne einen neuen Blog-Artikel schreiben. Ui, ein Kunde braucht dringend etwas. Na gut, das ist wichtiger – blogge ich halt nächste Woche.  Ich träume von einem neuen Workshop-Konzept. Gute Idee, Julia – aber erst, wenn die Buchhaltung erledigt und die Mails bearbeitet sind.  
 
Irgendwann wurde die innere Stimme immer lauter: Ist die eigene Vision so unwichtig, dass du sie immer hinten anstellst? Nein – im Gegenteil. Deine Vision ist der Grund, warum du begonnen hast – also mach sie endlich zur obersten Priorität!
 
Erkenntnis Nr. 5:
Hör auf, deine Vision und deine Herzensprojekte hinten anzustellen. Nur weil sie Spaß machen, sind sie deswegen nicht weniger wichtig. Träume groß und mache einen Schritt nach dem anderen in die richtige Richtung! 
 
Was mir dazu konkret hilft: 
Blocke dir konkrete Zeiten für deine Vision (z.B. 1 Tag pro Woche oder eine halbe Stunde jeden Tag in der Früh). In diesen Fokus-Zeiten bleibt das Mailprogramm geschlossen, das Handy wird ausgeschaltet und der Haushalt muss warten. Diese Zeit gehört nur dir und deinem Herzensprojekt. Überlege dir genau: Was sind jetzt die wichtigsten nächsten Schritte? Und dann nichts wie ran! 
 
 
 

6. Veränderungen sind jederzeit möglich – vor allem in der Selbstständigkeit. 

Seit Jahren begleitet mich ein ganz wichtiger Satz: „Love it, change it or leave it!“ 
Nach diesem Grundsatz versuche ich auch zu leben. Wenn du etwas nicht (mehr) liebst, dann versuche, es zu verändern. Lässt es sich nicht verändern, dann lass es los. 
 
Dazu sind folgende Dinge nötig:
  1. Erkennen, welche Dinge gut tun und welche nicht (mehr)
  2. Reflektieren, wie du etwas verändern könntest
  3. Aktiv etwas für die Veränderung tun
  4. Bewusst für oder gegen etwas entscheiden
 
Erkenntnis Nr. 6: 
Es bringt einfach nichts, ewig in unangenehmen Situationen zu verharren. Vielleicht gibt es ja ganz einfache Wege, eine Situation zu verändern, damit es wieder besser passt. Und wenn es sich partout nicht verändern lässt: Etwas Mut und weg damit. Manchmal auch ein unglaublich befreiendes Gefühl ;).
 
 

7. Auszeiten beflügeln das Weiterkommen! 

Warum ich mich damals für eine Selbstständigkeit entschieden habe, hatte 2 Gründe.
 
Grund Nr. 1: Ich möchte vielfältig arbeiten können.
Grund Nr. 2: Ich möchte flexibel arbeiten können. Dazu gehörten für mich flexible Arbeitszeiten, variable Arbeitsorte und die Möglichkeit, mir jederzeit kurze oder längere Auszeiten nehmen zu können.
 
Eine Hammer-Vorstellung, oder? Aber gerade als EinzelunternehmerIn ist man dann schneller wieder im Hamsterrad, als man vorher glaubt. Vor allem beim Arbeiten im Home Office ist die Arbeit halt auch omni-präsent. 
 
Was dabei unglaublich hilft: sich ganz bewusst Auszeiten gönnen. Regelmäßig ein paar Tage frei zu nehmen und wegzufahren oder einfach einzelne (Halb)Tage für Familie und Freunde freihalten ist so unglaublich wichtig. Der Kopf wird wieder freier und für festgefahrene Dinge ergeben sich von selber neue Lösungen. 
 
Erkenntnis Nr. 7:
Du darfst und sollst dir Auszeiten gönnen! Mach regelmäßig Pausen, plane fixe Urlaube ein und nimm dir Zeit für dich, deine Lieblingsmenschen und andere Interessen. Ideen tauchen nämlich abseits des Schreibtisches auf. Wenn der Kopf öfter Pause machen darf, bist du entspannter und ausgeglichener – und dann geht vieles deutlich leichter ;). 
 
 
 

Die Selbstständigkeit – eine besondere Reise, die du selbst gestalten darfst!

Die Selbstständigkeit ist eine ganz besondere Reise.  Aber du selbst bestimmst die Reiseroute, deine Abläufe und die Menschen, die dich auf dieser Reise begleiten (dürfen). Egal, ob du erst ganz am Anfang stehst oder schon länger selbstständig tätig bist: Nimm dir immer wieder Zeit, um zu reflektieren!
 
  • Was habe ich bisher schon erreicht? 
  • Wo stehe ich gerade? 
  • Wo will ich hin? 
  • Was läuft super – und lässt sich noch ausbauen?
  • Was haut nicht so hin – und darf sich ändern? 
 
Jeder von uns startet irgendwann bei Null. Und mit jedem Schritt darfst du mit deinem Unternehmen wachsen. Aber auch, wenn du EinzelkämpferIn bist: Es gibt viele Gleichgesinnte da draußen. Oder Menschen, die schon ein paar Schritte weiter sind als du. Nutze das Wissen und die Erfahrungen von anderen! Vielleicht kannst du dadurch eine Abkürzung machen, einen Fehler vermeiden oder einfach mit mehr Sicherheit deinen nächsten Schritt gehen. 
 

Meine 7 Erkenntnisse nach 4 Jahren Selbstständigkeit – nochmal zusammengefasst.

 

  1. Investiere in dein Unternehmen – so früh wie möglich!
  2. Alles selber machen zu wollen ist unmöglich!
  3. Ohne glasklare Positionierung wird’s ziemlich kompliziert!
  4. Du musst es nicht allen recht machen, ehrlich!
  5. Mache deine Vision zu Priorität Nr. 1!
  6. Veränderungen sind jederzeit möglich!
  7. Auszeiten beflügeln das Weiterkommen!
 

Was waren deine wichtigsten Erkenntnisse bisher? 

Egal, ob du gerade erst gegründet hast oder schon jahrelang erfolgreich ein Unternehmen führst: 
Erzähl gerne von deinen wichtigsten Erkenntnissen in den Kommentaren – und helfen wir uns doch gegenseitig beim Weiterkommen :)!
 
lg,
Julia
 
PS. Nachdem es in der Selbstständigkeit so wichtig und hilfreich ist, sich mit anderen auszutauschen, darf ich dich ganz herzlich in meine kostenlose Facebook-Gruppe „Mit Leidenschaft selbstständig: Austausch für authentische Unternehmerinnen“ einladen. Lasst uns gemeinsam wachsen! 
 

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