Hast du das Gefühl, dass du wieder mal deine Wohnung entrümpeln solltest?
Kommen dir vielleicht folgende Phänomene bekannt vor?
 
  • Die Lade, die immer spießt, weil sie so vollgestopft ist.
  • Das sperrige Teil, das überall Platz wegnimmt – egal, wohin du es räumst.
  • Dieses eine T-Shirt, das du immer wieder rausnimmst – und dann doch nicht anziehst, weil es eng / unbequem / altmodisch / etc. ist.
  • Und das unheimliche Kastl, wo einfach alles mögliche reinkommt – und eigentlich keiner weiß, was da genau drin ist.
Ich glaube, sowas gibt’s in jedem Haus, jeder Wohnung, möglicherweise in jedem Zimmer. Auch ich kann ein Lied davon singen. Von Zeit zu Zeit – wenn die Tür zur Abstellkammer kaum mehr aufgeht und ich mich von dem ganzen Zeug massiv erdrückt fühle – stürze ich mich übers Wohnung entrümpeln! Mit jedem Mal werde ich besser – deswegen habe ich heute meine 5 besten Tricks für euch!
 

Warum Entrümpeln gut tut?

Mein Erfolgserlebnis vom letzten Entrümpelungs-Anfall war folgendes: Ich habe mich von ALLEN Plastiksackerl befreit, die sich im Laufe der letzten Jahre angesammelt haben. Kurz war ich noch verleitet, mir doch 2, 5 oder doch 20 für den Notfall aufzuheben. Aber ich bin unglaublich stark geblieben und habe mich von restlos allen getrennt. Und stellt euch vor: Ich habe sie noch gar nicht vermisst. Im Gegenteil: Ich spare jetzt Zeit, weil ich zum Einkaufskorb greife und nicht überlegen muss, welches der 97 Sackerl in allen Größen und Farben jetzt am besten passt ;). Und es war – und ist noch immer – ein unglaublich befreiendes Gefühl! 
 
Entrümpeln heißt nicht zwingend, alles wegzugeben. Es bedeutet, die Dinge auszuwählen, für die du auch wirklich eine Verwendung hast – und dich von all den anderen zu trennen.
  
Denn sind wir uns mal ehrlich: Niemand braucht 37 verschiedene Shirts. In Zeiten von Netflix und Co keinen übervollen DVD-Schrank. Und wie oft benutzt du den Entsafter oder die elektronische Zitronenpresse?
 
 

Wohnung entrümpeln: So schaffst du es auch!

(1) Nimm dir nur einen ganz kleinen, überschaubaren Bereich vor!

 „Die ganze Wohnung entrümpeln“ wirkt sowas von unschaffbar – da hört man lieber auf, bevor man überhaupt anfängt. Drum fang lieber mal klein an.
 
Aus eigener Erfahrung funktioniert’s am besten, wenn man sich gaaaanz einen kleinen Teil rauspickt. Plane mal „nur“ die Tupper-Behälter zu entrümpeln – und sortier Schüsseln und Deckeln ohne Partner aus. Hast du das mal geschafft, wirst du so motiviert sein, dass du dir höchstwahrscheinlich die nächste und übernächste Küchenlade auch gleich noch vornimmst. So lange, bis die gesamte Küche entrümpelt ist. Beim Schlafzimmer kann das z.B. die Sockenlade sein, im Büro die Ablage usw.
 
Sollte der Motivationsschub ausbleiben, ist das auch nicht schlimm: Du hast ja das Erfolgserlebnis, zumindestens einen Bereich entrümpelt zu haben!
 

(2) Fang mit etwas Einfachem an!

Beginne mit etwas, wo das Entrümpeln ganz leicht geht. Mit Dingen, zu denen du keine tiefe, innige Beziehung hast. Bedienungsanleitungen beispielsweise. Oder auch Plastiksackerl ;).
  
Dadurch vermittelst du deinem Hirn schon mal, dass es gar nicht sooo schwierig ist, sich von etwas zu lösen. Und wieder ähnlich wie bei (1): Erfolgserlebnisse und Motivation für mehr sind vorprogrammiert!
 

(3) Stell dir das befreiende, erleichternde, geordnete Gefühl danach vor!

Ein perfekt aufgeräumter Kleiderschrank wie im Prospekt vom schwedischen Möbelhaus. Ein strukturierter Abstellraum, wo du alles sofort findest. Wie hört sich das für dich an? Irgendwie ziemlich gut, oder? Dann stell dir das „jeweilige Übel“ komplett sortiert und aufgeräumt vor, so wie du es gerne hättest. Mit diesem Bild im Kopf entrümpelt es sich gleich doppelt so leicht!
 

(4) Überleg dir eine Belohnung – und gönn sie dir (oder auch nicht)!

Vielleicht hast du ein Faible für Schuhe. Oder Taschen. Liebst du Bastel-Utensilien? Bist du ein Bücher-Wurm? In diesem Bereich fällt dir eine Trennung wahrscheinlich am allerschwersten. Aber sei ehrlich: Gerade hier hast du vermutlich einige (oder sogar echt zu viele) Exemplare angesammelt.
Belohne dich selbst: Wenn du es schaffst, eine gewisse Anzahl auszusortieren, darfst du dir dafür EIN besonderes Paar Schuhe oder EIN neues, interessantes Buch kaufen! Das motiviert, Platz dafür zu schaffen!  Wobei es sogar passieren kann, dass du die Belohnung dann gar nicht mehr haben magst – um den gewonnenen Platz noch länger genießen zu können :).
 

(5) Gib den Dingen wieder einen Wert – für jemand anderen!

Wenn ich mir vorstelle, dass mein dicker Pulli zu jemandem kommt, der echt was Warmes zum Anziehen brauchen kann. Oder jemand anders eine Riesenfreude hat über das Geschirr, dass ich eh nie verwende. Das gibt mir noch mehr Ansporn, mich davon zu trennen.
  
Wohin mit dem Zeug?
 
  • Stell die Artikel auf Willhaben oder Shpock und verkaufe sie (günstig) weiter.

    Da braucht man manchmal etwas Geduld – aber irgendwann finden sich die richtigen Käufer.

  • Frag im Bekanntenkreis nach, ob es jemand möchte.

    Dazu kannst du z.B. auch das Willhaben-Inserat auf Facebook posten – dann sieht es dein Bekanntenkreis.

  • Verkaufe auf einem Flohmarkt.

    Macht richtig, richtig Spaß. Einziger Nachteil: Da heißts früh aufstehen! Aber ich bin sicher, dass jemand aus Familie oder Freundeskreis sofort bei dieser Idee dabei ist!

  • Spende die Sachen an eine gemeinnützige Organisation.

    (z.B. Altkleider-Container oder Volkshilfe-Shops – die freuen sich über ziemlich alles!)
    Geht übrigens am Allerschnellsten – alles ist auf einmal weg – und gibt auch das beste Gefühl. 

 

Wohnung entrümpeln für Ängstliche: die Aufschub-Taktik

Packe alle Dinge, bei denen du dir unsicher bist, in eine Schachtel und in den Keller damit – oder ganz oben auf den Schrank. Setz dir einen Termin im Kalender – und dann prüfe an diesem Tag, ob du bis dorthin etwas daraus gebraucht hast. Wenn ja – dann darfst du dieses eine Ding aufheben – alles andere: weg damit!!
 

Wohnung entrümpeln für Super-Mutige: die Alles-auf-einmal-Taktik

Gehörst du zu der Spezies, die Zeitschriften oder Ausschnitte daraus aufbewahrt und sammelt? Und wie viele alte Artikel, Rezepte oder Ausflugstipps hast du wirklich noch ein 2. oder 3. Mal zur Hand genommen?  Was machst du im Normalfall, wenn du einen Ausflug machen möchtest / ein Rezept brauchst / eine Information benötigst?
Richtig, du startest Google! 
 
Glaub mir, du brauchst diese Schnipsel an Informationen nicht – und falls du etwas davon mal brauchst, versichere ich dir: Du wirst es dann sowieso nicht finden ;).
 
Bevor du also diese ganze Kiste voller Zeitschriften und Artikel mühevoll durchsiehst. Und dich fragst, ob es das Museum von 1998 überhaupt noch gibt. Mach es dir einfach: Schnapp dir die ganze Kiste und weg damit!  Ich trau mir zu behaupten: Das befreiende Gefühl ist größer als der Trennungsschmerz! 
 

Wohnung entrümpeln: erledigt!

Nach dem Entrümpeln stellt sich bei mir immer dieses unglaublich gute Gefühl ein. In den Kästen ist plötzlich wieder Platz, Schubladen sind wieder geordnet – und die Tür vom Abstellraum lässt sich problemlos öffnen. Das ist einfach Hammer! Das Tolle daran ist auch, dass man dieses Gefühl dann so lange wie möglich behalten möchte. Dadurch ist man weniger verleitet, ein neues Ding zu kaufen oder den ach-so-interessanten Artikel rauszureißen. Man überlegt 3mal, ob man den neu gewonnenen Platz gleich wieder zu-müllen möchte – oder sich lieber noch länger über ein leeres Fach im Kasten freut :)!
 
Das Leben ist wie eine Ballonfahrt. Um steigen zu können, müssen wir erst Ballast abwerfen!
 
Außerdem heißt es ja immer: Sobald man sich im Leben von Dingen trennt, hat man wieder Platz für Neues. Und das muss nicht unbedingt das nächste Kleidungsstück oder Kochbuch sein – sondern möglicherweise auch ein neuer, vielversprechender Kunde  oder ein lässiges Job-Angebot, von dem du schon länger geträumt hast :)!
 
Wie geht’s dir mit dem Wohnung entrümpeln?
Hast du noch weitere Tipps und Tricks? 
 
lg,
Julia,
die jedes gelesene Buch sofort in eine Flohmarkt-Kiste packt :)

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