Hast du bereits eine selbst erstellte Homepage? Spielst du vielleicht mit dem Gedanken, deine Webseite selbst zu gestalten?  In diesem Artikel zeige ich dir die größten Anfänger-Fehler beim Webseite gestalten auf und gebe dir Tipps, wie du deine Homepage mit kleinen Änderungen deutlich verbessern kannst!
 
Eine Homepage selber zu machen ist heutzutage mit den vielen Baukasten-Systemen wie Jimdo ja nicht mehr schwierig. Die richtige Gliederung für die Webseite zu wählen, die passenden Inhalte zu finden und das ganze optisch ansprechend zu gestalten ist dennoch eine Herausforderung. Vor allem, wenn man so etwas noch nie zuvor gemacht hat. 
 
Viele Webseiten von Einzelunternehmerinnen flüstern darum geradezu:
 
Huch, ich bin noch so unsicher, ich versteck mich lieber hinter ganz allgemeinen Texten und 08/15-Fotos aus dem Internet, die irgendwie mit meiner Branche zu tun haben. Ein Foto  von mir stell ich lieber keins rein.. hab ja grad kein aktuelles. Etwas Persönliches möchte ich nicht preisgeben, meine Firma soll ja professionell und seriös wirken. Wichtiger ist, all meine Leistungen, all meine Qualifikationen und ganz viele Fachbegriffe draufzupacken, damit potentielle Kunden in meine Kompetenz vertrauen. Auf die Startseite schreib ich am besten einfach ein freundliches „Herzlich willkommen“ und dann wird das schon passen! Oder etwa nicht? 
 
So oder sehr ähnlich wirken viele selbstgemachte Webseiten, die mir im Alltag unterkommen. Vielleicht auch deine?
 
Falls du dich ertappt fühlst: Mach dir keinen Kopf! Mit den folgenden Tipps kannst du verschiedene Schräubchen an deiner selbst-gestalteten Seite drehen und sie auch jetzt noch verbessern!
 

Homepage-Tipp Nr. 1: Einsatz von Schriften

 

Was du bei deiner Homepage-Gestaltung nicht tun solltest:

Eine verschnörkelte Schrift für die ganz große Überschrift. Eine andere für die mittlere Überschrift. Für den allgemeinen Text lieber eine geradlinige Schrift. Aber ein paar Passagen könnten doch wie handgeschrieben auch ganz nett wirken.
So hast du das Chaos perfekt. Deine Homepage wirkt automatisch unruhig und outet sich als eindeutig selbstgemacht. Außerdem sind deine Texte dadurch schwieriger zu erfassen. 
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Verwende EINE Schrift für sämtliche Texte und nimm eine angemessene, einheitliche Schriftgröße und ausreichend Zeilenabstand. Verzichte dabei auf sämtliche verschnörkelten, handgeschriebenen Schriften.
 
Wähle eine zweite Schrift für deine Überschriften. Eine in großer Schriftgröße, eine etwas kleiner für Zwischenüberschriften. That’s it – mehr brauchst du nicht – und deine Seite wirkt gleich deutlich aufgeräumter!
 
Weniger ist mehr gilt übrigens auch für Hintergrundbilder und Farben
 

Homepage-Tipp Nr. 2: Navigation

 

Was du bei deinem Homepage-Menü nicht tun solltest:

Für jede Information und jedes Thema, das dir einfällt, eine neuen Menüpunkt anlegen. Dadurch wird deine Webseite unübersichtlich. Als Besucher bist du doch auch überfordert, wenn du so ein Menü vor dir hast, oder?
 

 
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Ein Navigationsmenü sollte maximal 7 Menüpunkte haben. Überlege dir ganz gezielt, welche Seiten du wirklich unbedingt brauchst. Eine simple, aber bewährte Gliederung wäre Startseite, Produkte ODER Leistungen ODER Angebot, Über mich, Kontakt. Je nach Unternehmen fügst du noch deine individuellen 1-3 Seiten dazu. Aber weniger ist definitiv mehr, besonders zu Beginn!
 
Schau mal deine vorhandenen Seiten durch. Kannst du Inhalte zusammenfassen? Welche Seiten sind überflüssig (geworden) oder veraltet? Wo stehen nur 3 Zeilen – die kannst du auch woanders unterbringen? Zusätzliche Seiten (wie Impressum, AGB, Datenschutz oder ähnliches) kannst du übrigens getrost in die Fußzeile deiner Seite packen. 
 
 

Homepage-Tipp Nr. 3: Startseite

Was du bei deiner Startseite nicht tun solltest:

„Herzlich Willkommen auf meiner Homepage. Es freut mich, dass du hier bist!“ steht auf jeder 2. selbstgemachten Webseite. Ist ja grundsätzliche eine nette Begrüßung. Aber weißt du was? Dein Besucher möchte sofort wissen, worum es bei dir geht – sonst ist er direkt wieder weg! Und noch ein Hinweis: Die Überschrift auf der Startseite ist auch das erste, was Google über dich herausfindet. Willst du diesen wichtigen Platz an „Herzlich Willkommen“ verschwenden ;)?
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Hole deine Besucher direkt ab. Nutze die Überschrift, um kurz und knackig zu sagen, was du anbietest (z.B. „Ernährungsberatung für Schwangere“). Gib deinen Besuchern einen ersten Überblick über deine Angebote. Erzähl Ihnen (subtil), warum sie genau richtig bei dir sind. Ach ja, und vergiss nicht, dich auch gleich mal vorzustellen! Auch wenn es „Startseite“ heißt: Widme dich erst allen anderen relevanten Inhalten – und gestalte die Startseite dann (als eine Art Zusammenfassung) zum Schluss!
 
 
 

Homepage-Tipp Nr. 4: Über Mich-Seite

 

Was du auf deiner Über mich-Seite nicht tun solltest:

„Verheiratet, 2 Töchter, ein Hund, selbstständig seit 2017“ – das Paradebeispiel für eine (semi-interessante) Über mich-Seite. Vielleicht noch eine Auflistung aller Ausbildungen oder ein beruflicher Lebenslauf.  Ehrlich – gibt es nicht mehr über dich zu erzählen?   
 
Unterschätze nicht die Kraft deiner Über mich-Seite. 
Bei Einzelunternehmern ist „Über mich“ nämlich eine der meist-geklicktesten Seiten! 
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Setze auf deine Persönlichkeit und erzähl, wer du bist und warum du tust, was du tust. All deine Ausbildungen und Qualifikationen sind ja nett, aber trotzdem nicht einzigartig. Einzigartig bist du mit deiner eigenen Geschichte – und die wollen deine Webseite-Besucher hören! Aja, und „persönlich“ heißt übrigens nicht, dass du private Details verraten musst!
 
Gib mindestens ein (aktuelles) Foto von dir dazu! Die Leute wollen ja wissen, mit wem sie es zu tun haben. Warte nicht darauf, bis du vielleicht irgendwann das perfekte Fotografen-Portrait hast – wer weiß, wie lang das dauert ;). Nimm ein vorhandenes Foto, das du gerne magst und das dich so zeigt, wie du bist.  
 

Homepage-Tipp Nr. 5: Texte

Was du bei deinen Texten nicht tun solltest:

„Meine Schwerpunkte liegen bei manueller und viszeraler Therapie.“ und „Nach der Anamnese erfolgt die Sektorenbehandlung mit dem Ziel, die Läsionskette zu behandeln.“ – diese Sätze entdeckte ich vor kurzem bei einer Physiotherapeutin. Ja, es klingt hochprofessionell. Aber es gibt ein großes Problem dabei. Ich als Laie bzw. potentieller Patient habe absolut keine Ahnung, was das ist und ob mir das irgendwie weiterhilft. 
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Versetz dich in deinen Kunden hinein! Mit welchem Anliegen besucht er deine Seite. Welche Lösung möchte er haben? „Hast du regelmäßig Rückenschmerzen?“ – versteht nicht nur jeder, sondern fühlt sich auch sofort verstanden. Webseite-Besucher wollen nicht erst im Lexikon nachschlagen. Sie wollen einfach nur eine Lösung für ihr Problem. Zeig ihnen, dass du die Richtige bist – mit einfachen Worten. Ein kleiner Tipp: Stell dir vor, du würdest mit jemandem persönlich sprechen – und dann schreib es so nieder!
 
 

Homepage-Tipp Nr. 6: Aktuelles / News

Was du nicht tun solltest:

Eine Aktuelles-Seite haben, die nicht aktuell ist! Ein absolutes No Go: Wenn die „neueste News“ die Weihnachtsgrüße vom letzten Jahr sind – oder die „aktuellste“ Veranstaltung von 2013. Da frag ich mich doch glatt, ob es wirklich gar nichts Neues gibt. Oder noch schlimmer: Ob es das Unternehmen überhaupt noch gibt.. 
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Variante 1: Halte deine News-Seite wirklich aktuell und stelle regelmäßig etwas Neues rein!
Variante 2: Schmeiß die „Aktuelles“-Seite raus!
 
Falls du auf Facebook oder Instagram präsent bist: Weis deine Webseite-Besucher drauf hin, dass sie dort mit aktuellen Infos über dich und dein Unternehmen versorgt werden!
 

Homepage-Tipp Nr. 7: Kontakt

Was du beim Kontakt nicht tun solltest:

Die automatische Kontaktseite von deinem Baukasten-System enthält ein Kontaktformular – perfekt, so lässt du sie gleich. Kann ja jeder das Formular ausfüllen, der etwas von dir braucht. An eine Adresse denkst du gar nicht, obwohl du ein lokales Unternehmen bist – weil es für dich selbst ja klar ist. 
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Achte darauf, dass du vollständige Kontaktdaten anführst – also alle Kanäle, über die du kontaktiert werden möchtest  oder die für dich wichtig sind (z.B. Mail-Adresse, Telefonnummer, Adresse, Facebook-Seite etc.). Wenn du dich bewusst gegen eine Information entscheidest (z.B. Adresse) – auch ok, aber nur, wenn es nicht relevant ist für dein Unternehmen. 
 
 

Homepage-Tipp für Profis (Nr. 8): Handlungsaufforderungen

Was du nicht tun solltest:

Du erklärst deine Leistungen oder preist deine Veranstaltungen an. Das Interesse ist vielleicht ein bisschen geweckt. Und dann? Ist meistens das Ende der Seite erreicht. Und der (oft faule) Besucher ist wieder weg.
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Die TV-Show weist drauf hin: „Voten Sie für Ihren Liebling unter dieser Nummer!“, die Dame in der erotischen Werbung verlautbart: „Ruf mich an!“ und der DJ schreit: „Put your hands up in the air“. Was haben alle drei gemeinsam? Sie fordern uns genau auf, was wir zu tun haben. Nutze dieses bewährte Prinzip auch bei deinen Webseite-Besuchern. Sag ihnen konkret, was sie machen sollen: Dich kontaktieren? Zu deinem Newsletter anmelden? Etwas bestellen? Und mach ihnen den Weg dorthin so einfach wie nur irgendwie möglich mit einer direkten Verlinkung oder einem Button!
 

Homepage-Tipp für den Start (Nr. 9): Seite in Arbeit

Was du nicht tun solltest:

Du möchtest unbedingt noch mehr Infos auf die Webseite stellen, aber dir fehlt gerade noch die Zeit. Darum schreibst du sicherheitshalber „Meine Homepage ist gerade noch in Arbeit“. Erfahrungsgemäß steht dieser Satz dann ewig, weil du irgendwann drauf vergisst – und das wirkt definitiv unprofessionell!
 

Wie du stattdessen vorgehen solltest:

Lass diesen Satz doch einfach weg! Blende notfalls einen Menüpunkt aus, wenn dir noch Texte dafür fehlen. Vermutlich wird niemand merken, dass die Seite (für dich) noch nicht ganz fertig ist. Außerdem: Eine zeitgemäße Webseite sollte ständig „in Arbeit“ sein. Aktualisiere regelmäßig deine Veranstaltungen, prüfe laufend, ob alle Infos noch aktuell sind – oder hast du vielleicht sogar Lust, einen Blog zu schreiben?
 

Homepage selbst gestalten oder machen lassen?

 
Eine Webseite ist heutzutage das wichtigste Marketing-Instrument. Deine (potentiellen) Kunden wollen dich im Internet finden, dich kennenlernen und dich kontaktieren!
 
Wenn du dir jetzt denkst: Hilfe – ich kann das alles nicht selbst! Nicht verzweifeln ;)!
Oft ist es sogar sinnvoller, eine Webseite vom Profi gestalten zu lassen. Meistens geht es deutlich schneller, kostet weniger Nerven, sieht optisch schöner aus und du fühlst dich dann richtig wohl damit! Denn keine oder eine schlechte Homepage ist definitiv Sparen am falschen Fleck!
 
Falls du – aus Kostengründen oder weil es dir Spaß macht – selbst eine Homepage erstellen möchtest (z.B. mit Jimdo), achte unbedingt auf diese Tipps:
 
  • Sei sparsam mit Schriften, Farben und Hintergründen – weniger ist mehr!
  • Überlege dir eine übersichtliche und einfache Struktur.
  • Gib auf der Startseite einen ersten Überblick.
  • Zeig dich und deine Geschichte – authentisch, persönlich und sympathisch.
  • Verwende eine einfache Sprache und lass Fachbegriffe soweit möglich weg.
  • Widme deiner Webseite regelmäßig etwas Zeit und halte die Inhalte aktuell.
  • Achte auf vollständige Kontaktdaten.
  • Vergiss auch nicht auf verpflichtende Seiten wie Impressum und Datenschutz.
  • Sag deinen Besuchern, was sie tun sollen.
  • Lass unbedingt nochmal jemanden drüberschauen, der dir ehrliches Feedback gibt.
 
Ich wünsche dir gaaaanz viel Erfolg mit deiner Webseite!
Gerne kannst du deine Fragen oder Herausforderungen rund um deine selbstgemachte Homepage als Kommentar posten.
 
lg,
Julia
 
PS. Bist du unzufrieden mit deiner aktuellen Webseite – und möchtest individuellen Input dazu? Dann buch ein kostenloses Mini-Coaching mit mir! Ich erzähl dir unverbindlich, wie ich dich unterstützen könnte und geb dir natürlich auch gleich ein paar praktische Tipps mit auf den Weg!
 
 

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